Spreeuferweg “Geschichtsinseln”

Empfehlungen der AG Geschichte
1. Workshoptag zur Gestaltung des Spreuferweges (1*)

Spreeuferweg Geschichtsinseln

Beispiel wie das Informationssystem aussehen könnte – Visualisierung auf Grundlage der Ergebnisse des Workshops – “Visionen – Der Spreeuferweg braucht Deine Ideen / Bild,  E.Elfert (*2)

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Bewohner, interessierte Bürger, an den Planungsprozessen beteiligte Unternehmen, sowie  Vertreter der Verwaltung kamen heute zum 1. Workshoptag zur Gestaltung des Spreuferweges zwischen Märkischem Museum und der Schillingbrücke zusammen. Dabei verfasste eine Arbeitsgruppe Empfehlungen dazu, wie die Geschichte (historische Orte /Ereignisse, bestehende Denkmäler /Baudenkmale) in den Planungsprozess und die Gestaltung integriert werden kann.

Spreuferweg Orte der Geschichte

Die besondere Qualität des zukünftigen Spreeuferweges liege, so die Arbeitsgruppe, darin, dass sich hier eine ganze Bandbreite der Berliner Geschichte darstellen lässt. Denn hier sind alle wesentlichen Entwicklungen Berlins, von ihrer Wiege, über die Industrialisierung, den Weg in die Metropole, aber auch dem Zweiten Weltkrieg und in dessen Folge der Teilung der Stadt nachvollziehbar. Von großem historischem Interesse sind die dort noch erhaltenen Reste der Berliner Mauer. Die Flächen der Sperranlagen der DDR dienten vor allem auch unterschiedlichen Formen von „Zwischennutzungen“ u.a. der Clubkultur. Diese gab ihrerseits den Anschub für den zukunftsweisenden Impuls nachhaltiger Stadtentwicklung die sich heute vor Ort mitverfolgen lassen.

Um diese Geschichte zu vermitteln wurde ein multimediales Informationssystem, bestehend aus modernen zeichenhaften Stadtmöbeln empfohlen. Die Informationen sollen analog aber auch mit  modernen mobilen Endgeräten abgerufen werden können. Das System solle über „Schnittstellen“ verfügen, sodass Jeder seine eigenen „Geschichten“ einfügen könne.

Darstellung Informationssystem

Beispiel wie das Informationssystem aussehen könnte – Visualisierung auf Grundlage der Ergebnisse des Workshops – “Visionen – Der Spreeuferweg braucht Deine Ideen”/ Bild, E.Elfert (*3)   

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Im Freiraumwettbewerb sollen die „Geschichts-Inseln“ als „Orte der Ruhe und Entspannung“ geplant und die die Infrastruktur wie Licht und Stromanschlüsse vorbereitet werden. Die Ausarbeitung des eigentlichen Informationssystems braucht Zeit und solle vom Wettbewerbsverfahren, das Anfang 2016 beginnen soll abgekoppelt werden. Vorgesehen ist eine Kette von Geschichts-Inseln, bei der jede einem Schwerpunkthema gewidmet werden könnte.

Geschichtsstationen Spreeuferweg

(“Kette” der “Geschichtsinseln, die nach einer Diskussion als Konsens zur Umsetzung empfohlen wurde. Grafik, E. Elfert)

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Im Hinblick auf geschichtsinteressierte Menschen solle die Wiese/Grünanlage zwischen dem Schiffsanleger am Märkischen Ufer und dem Märkischen Museum für Veranstaltungen mit größeren Gruppen hergerichtet werden. Die nun unter Denkmalschutz stehenden Teile der Mauer in Höhe der Schillingbrücke werden als „Lern- und Gedenkort“ ins besondere für jüngere Menschen gesehen. Als weitere „Historiche-Inseln“ wurden eine Fläche in Höhe von C-Base (Thema Gewerbehöfe/Industrialisierung), ein Uferbereich von Vattenfall an der Michaelsbrücke („Kunst am Bau Projekt“), einen Teil des Sandstandes beim ehemaligen Planet/Kater Holzig (Thema Clubkultur), sowie eine Fläche südlich der Eisfabrik (Thema Berliner Mauer) gesehen.

Alle waren sich einig, dass der Uferweg nicht wie bisher vorgesehen an der nördlichen Seite der Schillingbrücke enden kann. Das Grundstück das an Kreuzberg anschließt und zum Bezirk Mitte gehört ist im Rahmen des BEHALA-Geländes bereits von Kreuzberg verplant worden. Wie, das wusste allerdings keiner. Da die bisher vorgesehene Bebauung für das BEHALA-Gelände nicht umgesetzt werden wird, muss nun über die Anschlussfindung neu nachgedacht werden. Hierbei könnte auch die Kreuzung Köpenickerstr./Bethaniendamm berücksichtigt/bearbeitet werden, da es sich hier um einen besonderen historischen Ort der Berliner Mauer handelt.

In Hinblick auf die Anbindung des Märkischen Museum an das historische Stadtzentrum wurde sich für den Wiederaufbau der Waisenbrücke ausgesprochen. Allerding nur für Fußgänger und zwar als attraktiver „Erlebnissraum“ über der Spree mit Geschichtsvermittlung, Gastronomie und einer bunten üppigen Vegetation.

Eberhard Elfert

 

Angaben:

*1)

Workshopverfahren zur Spreeuferentwicklung
1. Workshoptag 27.06.2015, http://forum.luisenstadt-mitte.de/

*2 + 3

Zukunftsvisionen für die Sperre / Der Spreeuferweg braucht Deine Ideen
Sa. 31.01.2015, 14:00–17:30 Uhr / neu west berlin, Köpenicker Str. 55, 10179 Berlin
AG-Geschichte siehe Seite 16, 16 u 19

http://berliner-erinnerungsraeume.de/wp-content/uploads/sites/7/2015/02/Workshop-Spreeuferweg-Ergebnisse-Dokumentation-E.Elfert-09.02.2015.pdf